Gründungsprojekt · 2026
MAUTZI. Technologie, die zuhört.
Ein sprachgesteuertes Assistenzsystem zur sozialen Aktivierung und Unterhaltung in Pflegeeinrichtungen. Bedient mit natürlicher Sprache, ohne Menüs und Bildschirmnavigation.
- Status
- Prototyp, mit Bewohnerinnen und Bewohnern getestet
- Rolle
- Gründung im Team · Produkt · User Research
- Zeitraum
- Gründungsstipendium des Landes Niedersachsen, Jan. bis Okt. 2026
Der Case in 60 Sekunden
- Problem
- Im Alltag von Pflegeeinrichtungen bleibt wenig Zeit für Gespräche und Beschäftigung.
- Zielgruppe
- Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen sowie Pflegekräfte.
- Unser Beitrag
- Gemeinsam mit Phine von der Idee bis zum Prototyp, gefördert über das Gründungsstipendium des Landes Niedersachsen.
- Zentrale Entscheidung
- Bedienung über Sprache. Das senkt die Lern- und Bedienhürde für Menschen, die sich mündlich verständigen können und möchten.
- Status
- Funktionierender Prototyp, vor Ort mit Bewohnerinnen und Bewohnern getestet.
- Wichtigste Limitation
- Frühe Phase. Noch kein Regelbetrieb, deshalb keine belastbaren Nutzungszahlen und keine Wirkungsmessung.
Ausgangslage
In stationären Pflegeeinrichtungen ist die Zeit für Gespräche und Beschäftigung knapp. Das haben uns Pflegekräfte und Bewohnerinnen und Bewohner in unseren Gesprächen vor Ort übereinstimmend beschrieben.
Digitale Angebote scheitern oft genau an dieser Zielgruppe, weil sie Bildschirme, Menüs und Technikkenntnisse voraussetzen.
Meine Rolle
Ich habe MAUTZI gemeinsam mit Phine gegründet, gefördert über das Gründungsstipendium des Landes Niedersachsen von Januar bis Oktober 2026.
Mein Schwerpunkt liegt auf Produkt und User Research. Ich führe die Gespräche in der Einrichtung, übersetze die Erkenntnisse in Produktentscheidungen und modelliere die Serviceprozesse in meiner Bachelorarbeit.
Vorgehen
Wir haben zuerst direkt in einer Pflegeeinrichtung mit Bewohnerinnen, Bewohnern und Pflegekräften gesprochen. Die Erkenntnis daraus ist einfach. Nicht das Interesse war die größte Hürde, sondern die Bedienbarkeit der Geräte.
Daraus folgte die zentrale Produktentscheidung. MAUTZI läuft als Tablet-Anwendung im Kiosk-Modus, eine animierte Katzenfigur verkörpert den Assistenten, bedient wird über Sprache. Ein Knopf startet das Gespräch, danach übernimmt die Sprachaktivitätserkennung, ganz ohne Weckwort.
Technisch ist MAUTZI ein Client-Server-System mit serverseitiger Persona, die kurze Antworten in ein bis drei Sätzen vorgibt, ausschließlich auf Deutsch. Freie Gespräche laufen in Echtzeit über OpenAI Realtime, die Sprachspiele nutzen eine grammatikbeschränkte Erkennung mit Vosk.
Den Prototyp haben wir anschließend vor Ort mit Bewohnerinnen und Bewohnern getestet, statt ihn im Büro zu bewerten.
Konkrete Ergebnisse
Es gibt einen funktionierenden Prototyp, der vor Ort mit Bewohnerinnen und Bewohnern getestet wurde.
Der Funktionsumfang umfasst freie Gespräche, Termine, Wetter, Nachrichten, eine Mediathek, Sprachspiele wie Bingo und Memory sowie eine Trinkerinnerung alle zwei Stunden.
Aus dem Test sind die Anforderungen für die nächste Ausbaustufe entstanden, parallel liefert meine Bachelorarbeit die modellierten Serviceprozesse dazu.
Evidenz und aktueller Stand
Der Prototyp funktioniert und wurde vor Ort in einer Pflegeeinrichtung mit Bewohnerinnen und Bewohnern ausprobiert.
MAUTZI läuft noch nicht im Regelbetrieb. Ohne Messung lässt sich keine Wirkung auf Wohlbefinden oder Einsamkeit belegen, deshalb behaupten wir sie auch nicht.
MAUTZI ergänzt menschliche Betreuung und ersetzt sie nicht. Sprachbedienung ist nicht für alle Menschen barrierefrei, das wissen wir. Wer sich nicht oder nur schwer mündlich verständigt, braucht andere Wege, deshalb sind alternative Bedien- und Rückfallebenen der nächste Schritt.
Learnings
Nähe zur Zielgruppe schlägt jede Annahme am Schreibtisch. Fast jede gute Entscheidung kam aus einem Gespräch vor Ort.
Heute laufen Gespräch, Spiele und Abfragen über Sprache, der Start braucht noch einen Knopfdruck. Als Nächstes kommen die Sprachbedienung ohne jeden Knopf, eine verlässliche Rückfallebene und eine längere Erprobung im Betrieb.
Werkzeuge und Methoden
- Sprachinterface
- OpenAI Realtime
- Vosk
- KI-Produktentwicklung
- User Research
Wichtigste Erkenntnis
Nähe zur Zielgruppe schlägt jede Annahme am Schreibtisch. Die beste Schnittstelle ist die, die niemand lernen muss.
